Die Hand: Positionen und Aktionen
BELEGTE HAND / VISUELLE WIEDERGABE
Button-Druck: J♥5♥ gegen A♦Q♥ offsuit
Gemeinschaftskarten
- 01PreflopSB 200.000; BB 400.000; zentrale Zwangseinsätze 150.000. BTN shovt 48.691.578 Chips; SB callt all-in; BB foldet. Nicht gecallte Chips gehen zurück. Endpot: 20.836.600 Chips.
- 02Flop5♦2♥5♣: Boianovsky trifft drei Fünfen. Wilson ist bereits all-in, alle Einsätze sind abgeschlossen; keine neue Entscheidung.
- 03TurnQ♣: Wilson verbessert sich zu zwei Paaren, Damen und Fünfen, bleibt aber hinter Trips. Keine Einsätze.
- 04RiverA♣: Wilson hat Asse und Damen; Boianovskys drei Fünfen gewinnen. Wilson scheidet auf Platz drei aus.
Die Hand fand am 30. September 2026 am Finaltisch des PokerStars WCOOP Main Events mit $10.300 Buy-in statt. Das Turnier vom 27. bis 30. September zählte 289 Entries und $2.890.000 im Preispool. Die Aufzeichnung von Tag 4 zeigt die Hand bei 03:31:21–03:31:44; im Client steht Handnummer #262254346199.
Boianovsky sitzt am Button, Wilson im Small Blind und Plante im Big Blind. Wilson callt mit A♦Q♥ offsuit; Plante foldet danach 3♣T♠. Bei Wilsons Entscheidung hat der Big Blind jedoch noch nicht gehandelt. Wilson muss einen Overcall berücksichtigen, ohne Plantes Karten zu kennen. Der spätere Fold macht aus der ursprünglichen Entscheidung keinen reinen Heads-up-Call.
48,7 Millionen im Shove sind nicht der effektive Stack
Die Blinds betragen 200.000/400.000, dazu kommen zentrale Zwangseinsätze von insgesamt 150.000. Das passt zu drei Antes von je 50.000; die einzelnen Zahlungen sind jedoch unbekannt. Wilson hat nach dem Small Blind ungefähr 9,9 Mio. dahinter, Plante nach dem Big Blind ungefähr 12,8 Mio. Entscheidend für den Call ist, wie viele Chips Wilson tatsächlich verlieren kann, nicht der gesamte angekündigte Shove des ihn deckenden Spielers.
Boianovsky kündigt 48.691.578 an und erhält nach Call und Fold den nicht gematchten Teil zurück. Der endgültige Pot enthält 20.836.600 Turnierchips. Nach Abzug von Plantes Big Blind und den zentralen Zwangseinsätzen ergibt sich: (20.836.600 − 400.000 − 150.000) ÷ 2 = 10.143.300 gematchte Chips je Spieler ohne Antes, etwa 25,36 BB. Wilson callt zusätzlich 9.943.300; 38.548.278 gehen an den Button zurück. Diese Beträge werden aus dem Endpot berechnet. Die effektiven 25,36 BB bestimmen Wilsons Risiko, nicht 48,7 Millionen.
Wie der Chipleader am Button Druck ausüben kann
Ein Button, der beide Gegner deckt, kann die Zwangseinsätze ohne Showdown gewinnen. Gleichzeitig bedroht er das Turnierleben eines Gegners, ohne selbst durch diese effektive Konfrontation sofort auszuscheiden. J♥5♥ besitzt beim Call noch Gewinnchancen. Ein plausibler strategischer Grund für den Shove ist aber Folddruck, nicht die Erwartung, Trips zu floppen. Diese Erklärung beweist nicht, dass J5 hier zur optimalen Shove-Range gehört.
Wilsons AQ ist eine starke Starthand, doch dies ist kein Heads-up-Call im Cashgame. Eine weite Button-Range enthält mehr schwächere Hände; eine engere Range verändert die Bewertung. Plante muss hinter Wilson noch handeln und könnte overcallen, wodurch ein Dreierpot entsteht. Diese Möglichkeit darf nicht nachträglich verschwinden, nur weil die tatsächliche Hand heads-up endete. Ebenso wenig dürfen die Spieler mit dem Wissen der Übertragung über alle drei Hände ausgestattet werden.
Wie Preisgeldsprünge den AQ-Call beeinflussen
Die offizielle Aufzeichnung nennt $551.632,39 für Platz eins, $412.913,95 für Platz zwei und $309.078,85 für Platz drei. Der Sprung von drei auf zwei bringt $103.835,10; zwischen eins und zwei liegen $138.718,44. Das sind Dollarpreise, nicht die Chips des Pots. Wilsons Ausscheiden sichert Plante mindestens Platz zwei. Boianovsky gewinnt später das Turnier; daraus folgt nicht, dass jeder frühere Shove richtig war.
ICM, das Independent Chip Model, übersetzt Chipverteilungen unter Modellannahmen in geschätzte Anteile am verbleibenden Preisgeld. Ausscheidungsrisiko kann Chipgewinn und Preisgeldgewinn auseinanderfallen lassen: Chips zu gewinnen und die Chance auf Platz zwei zu bewahren, wirken unterschiedlich auf die Preisgeld-Equity. Eine exakte Antwort hängt auch von Plantes Anfangsstack, einzelnen Antes und den angenommenen Ranges ab. Diese Angaben sind hier unvollständig; die Hand erlaubt eine qualitative Analyse des Drucks, aber keine exakte Shove-Frequenz oder zwingenden AQ-Fold. Die eingeblendeten Gewinnchancen gegen bekannte Karten sind keine ICM-Berechnung.
Erst die Entscheidung prüfen, dann das Board aufdecken
Das Board zunächst verbergen und alle drei Positionen, die Deckungsverhältnisse und die effektive Tiefe notieren. Zwei Button-Ranges vergleichen: eine weitere und eine engere. Was schlägt Wilson jeweils, und wie verändert Plantes Weiterspielen die Lage? Bleibt der Call attraktiv, wenn der Button enger shovt oder der Big Blind overcallt? Chipgewinn und Preisgeld-Equity getrennt betrachten. Eine präzise ICM-Bewertung braucht vollständige Turnierdaten; Unbekanntes gehört neben die Range-Annahmen in die Notizen.
Erst danach 5♦2♥5♣Q♣A♣ aufdecken. Boianovsky floppt Trips. Wilson verbessert sich am Turn und River, doch Asse und Damen verlieren gegen drei Fünfen. Nach dem Preflop-All-in gibt es keine weiteren Setzentscheidungen. Karten und Aktionen nach der Partie in Texas GTO speichern, Annahmen in Notizen festhalten und Entscheidungen vergleichen, ohne den glücklichen Flop zum Urteil zu machen.
Fragen zur Hand
Beweist die Niederlage mit AQ, dass der Call falsch war?
Nein. Vor dem Aufdecken des Boards die plausible Button-Shove-Range, effektive Tiefe, den Spieler dahinter und die Auszahlungen prüfen. A♦Q♥ ist offsuit; im Modell nicht durch AQ suited ersetzen. Ein einzelner Runout bestimmt den Erwartungswert nicht.
Riskierte Wilson 48,7 Millionen Chips?
Nein. Das war der angekündigte Shove des ihn deckenden Buttons. Nicht gecallte Chips wurden zurückgegeben. Aus dem Endpot ergeben sich je 10.143.300 gematchte Chips ohne zentrale Zwangseinsätze, ungefähr 25,36 aktuelle Big Blinds.
Liefert Texas GTO hier eine exakte ICM-Antwort?
Diese Handhistorie allein reicht nicht aus. Eine exakte ICM-Berechnung benötigt die Anfangsstacks aller drei Spieler, die Antes, plausible Ranges und ein passendes Turniermodell. Texas GTO hilft, Karten, Aktionen und Range-Annahmen für die Nachbereitung zu ordnen; allgemeines Trainingsfeedback ist keine exakte ICM-Lösung dieses Finaltischs.