Vom Short Stack zum Champion
Die A$1.500 WPT Prime Australia Championship im The Star Sydney zählte 1.036 Entries. Feltham gewann A$187.793, Liu erhielt nach einem Heads-up-Deal A$161.127. Laut WPT Global war Feltham zu Beginn des neunköpfigen Finaltischs mit 17 Big Blinds Sechster nach Chips.
Sein Comeback beruhte nicht allein auf der letzten Karte. Er traf mit Pocket Sechsen am River ein Set gegen A-10, callte mit König hoch gegen Lius Neun hoch und gewann einen großen Pot, in dem seine Buben gegen Sasha Skalruds A-Q hielten.
Warum die Heads-up-Dynamik zählt
Feltham führte zeitweise mit rund 38 Millionen Chips gegen weniger als vier Millionen. Liu verdoppelte sich jedoch mehrfach, fing einen Bluff mit Ass hoch ab und übernahm kurzzeitig die Führung. Ein Deal sicherte beiden den Großteil des verbliebenen Preisgeldes; A$10.000 und der Titel blieben offen. Die letzte Hand spielte sich also nicht gegen eine Gegnerin ab, die einfach durchgehend unterlegen war.
Die letzte Hand: A-2 gegen A-7
BERICHTETE HAND · VISUELLE REKONSTRUKTION
A-2 trifft am River das Wheel
Gemeinschaftskarten
- 01PreflopLiu ging all-in; Feltham callte mit dem schwächeren Ass.
- 02FlopAuf dem gepaarten Board blieb Liu vorn.
- 03TurnDie 3♠ gab Feltham einen Draw zum Wheel.
- 04RiverDie 5♠ vervollständigte A-2-3-4-5.
WPT Global bestätigt die ungefähre All-in-Tiefe von 20 Big Blinds und die Straße bis zur Fünf am River; PokerNews nennt die Farben der Hole Cards und das vollständige Board. Als die Chips in die Mitte gingen, lag Lius A-7 vor Felthams A-2, und auch nach dem Turn war Liu noch vorn. Der River änderte das Ergebnis, nicht rückwirkend die Qualität der früheren Entscheidung.
Was sich aus der Entscheidung lernen lässt
Ein schwaches Ass kann Heads-up gegen manche Shoving-Ranges ein vernünftiger Call sein: Es blockiert andere Asse, und Heads-up-Ranges sind deutlich breiter als am vollen Tisch. Doch „Ass hoch“ allein rechtfertigt keinen Call gegen einen Push über etwa 20 Big Blinds. Entscheidend wären der effektive Stack, Pot, Blinds und Antes sowie die Häufigkeit, mit der Liu schwächere Asse, Könige, Paare oder suited Hände pusht. Weil die vollständige Preflop-Action fehlt, lässt sich keine verlässliche Call-Schwelle berechnen und der Call nicht als GTO-konform bezeichnen.
Der Flop 4♦-J♦-4♥ half dem dominierten A-2 noch nicht. Erst die 3♠ am Turn eröffnete den klaren Weg über eine Fünf zum Wheel. Der dramatische River sollte nicht von Felthams früheren Bluff-Catches, seinem großen Preflop-Pot und der verlorenen wie zurückeroberten Führung ablenken.
Eine Übung für ähnliche Hände
Notiere vor einem vergleichbaren Push den effektiven Stack und den Pot. Vergleiche dann eine enge und eine weite Heads-up-Shoving-Range: Welche schlechteren Hände schlägt A-2, und welche stärkeren Asse dominieren es? Trenne die Preflop-Entscheidung vom River-Ergebnis. Das ist nützlicher, als einen glücklichen Runout als Vorlage zu nehmen.
