Die belegte Hand: eine River-Entscheidung um 4,26 Millionen
BELEGTE HAND / VISUELLE WIEDERGABE
Zehn hoch gegen den Flush mit 9♦7♦
Gemeinschaftskarten
- 01PreflopWasserson eröffnet auf $20.000; Moncek erhöht auf $80.000; Call.
- 02FlopWasserson checkt; Moncek setzt $100.000; Call.
- 03TurnCheck; Moncek setzt $330.000; Call.
- 04RiverCheck; Moncek shovt und deckt Wassersons $1,607 Mio.; Call. Pot: $4,26 Mio.
PokerGO ordnet die Hand dem Livestream vom 31. August zu. Entscheidend ist auch die Farbe: Am River liegt das dritte, nicht das vierte Karo auf dem Board. Wasserson benötigt beide Karokarten seiner Hand für den Flush. Dieser Oktoberartikel analysiert eine abgeschlossene Hand, kein neues Feiertagsspiel.
Ein fertiger Flush ist nicht automatisch die Nuts
Wassersons Flush besteht aus A♦K♦9♦7♦5♦, muss aber mit Monceks Setzrange verglichen werden. Höhere Zwei-Karo-Hände schlagen 9♦7♦. Andere starke Hände könnten kleiner for Value setzen; ob sie einen riesigen Shove wählen, ist eine zusätzliche Annahme. Gegen eine stark polarisierte Range wird dieser Nicht-Nutflush vor allem zum Bluffcatcher. Der bloße Eindruck einer starken Hand reicht nicht.
Die Range beginnt preflop. Welche suited Hände three-betten, setzen auf dem Ass-König-Flop und feuern am Turn groß weiter? Welche davon treffen einen Flush, welche haben keinen Showdownwert? Nicht jede denkbare Karokombination erreicht den River gleich häufig. Frühere Entscheidungen müssen in die Gewichtung einfließen.
Was die fehlende Karokarte verändert
T♣7♣ blockiert keinen Karoflush des Verteidigers. Ein Bluff mit einem hohen Karo würde andere Valuekombinationen entfernen. Gleichzeitig entfernt die Kreuzhand einige mögliche verfehlte Kreuzhände, die folden könnten. Solche Effekte müssen an einer konkreten Continuing-Range geprüft werden; ein Blocker-Schlagwort ersetzt keine Rangeanalyse.
Für einen River-Call, der nur Bluffs schlägt, seien P der Pot vor dem Einsatz und B der Callbetrag. Der benötigte Bluffanteil beträgt vor Rake B ÷ (P + 2B). Gegen eine 1,5-Pot-Bet sind das ungefähr 37,5%, gegen eine halbe Pot-Bet 25%. Das sind Lernbeispiele, keine exakte Rekonstruktion gerundeter Fernsehgrafiken.
Eine Übung für drei Minuten
Die aufgedeckte Bluffhand zunächst ausblenden. Zwei Ranges bilden: eine mit vielen Shoves verfehlter Draws und eine mit sehr wenigen Bluffs. Die Entscheidung mit 9♦7♦ vergleichen. Danach eine Handkarte durch ein höheres Karo ersetzen und Value- sowie Bluffkombinationen getrennt betrachten. Welche zusätzlichen Beobachtungen würden eine Änderung des Gegnermodells rechtfertigen?
Tiefe Fernseh-Cashgames lassen sich nicht direkt auf einen üblichen Tisch mit 100 Big Blinds übertragen. Zuerst Positionen, effektive Tiefe und Einsatzgrößen abgleichen. Die übertragbare Fähigkeit ist das Bewerten einer ganzen Linie, nicht die Bewunderung des Geldbetrags.
Fragen zur Hand
Warum kann ein Flush nur ein Bluffcatcher sein?
Enthält die polarisierte Shove-Range nur höhere Flushes und Bluffs, gewinnt der kleine Flush gegen Bluffs und verliert gegen Value. Absolute Handstärke und Stärke gegen die Setzrange sind verschieden.
Beweist die fehlende Karokarte, dass der Bluff schlecht war?
Nein. Diese Hand entfernt keine Karoflushes aus der gegnerischen Range. Einsatzgröße, frühere Ranges und das Foldverhalten gehören ebenfalls zur Bewertung. Ein verlorener Pot bestimmt nicht den EV.