Handverlauf
Session: 9. August 2024 · Montenegro · Offizieller Bericht: 10. August 2024
BELEGTE HAND / VISUELLE WIEDERGABE
ST Wang (Esti Wang) A♠A♥ gegen Phil Ivey Q♥Q♦
Gemeinschaftskarten
- 01PreflopIvey eröffnet im HJ auf 5 BB; Wang 3-bettet im CO auf 17,5 BB; Ivey 4-bettet auf 52,5 BB; Wang callt weitere 35 BB. Pot am Ende der Street (BB): 111BB.
- 02Flop6♣7♣3♥: Ivey setzt 50 BB; Wang geht all-in und deckt ihn ab. Effektiv werden je 203 BB auf dieser Street eingebracht; Ivey callt weitere 153 BB. Pot am Ende der Street (BB): 517BB.
- 03Turn4♦: Beide sind bereits all-in; es gibt keine neue Einsatzentscheidung. Pot am Ende der Street (BB): 517BB.
- 04RiverQ♣: Ivey trifft ein Damen-Set und schlägt ein Paar Asse. Turn und River werden nur einmal gegeben; keine weiteren Einsätze. Pot am Ende der Street (BB): 517BB.
Preflop: Big Blind und Straddle nicht verwechseln
Der 2 BB-Straddle ändert unsere Einheit nicht: effektiv sind es 255,5 ursprüngliche Big Blinds. HJ eröffnet auf 5 BB, CO erhöht auf 17,5 BB und HJ 4-bettet auf 52,5 BB. QQ kann gegen manche schlechteren Paare oder hohe Karten Value suchen und den SPR für spätere Streets senken. Ein Call der 3-Bet hält schwächere Hände im Pot und begrenzt dessen Wachstum; der Vergleich hängt von COs Ranges ab.
Wang zahlt mit AA weitere 35 BB, der Pot wird 111 BB groß. Durch den Call enthält seine Calling-Range auch das stärkste Paar; schwächere Value-Hände oder Bluffs bleiben möglicherweise dabei. Eine 5-Bet kann früher Value von zahlungsbereiten KK/QQ holen, aber schwächere Hände vertreiben. Der spätere River beweist keine der beiden Linien.
QQ am Flop: Ein Overpair ist nicht immer die Range-Spitze
Auf 6♣7♣3♥ haben beide ein Overpair. Ivey setzt 50 BB in 111 BB, etwa 45,05% Pot. Vor der Bet bleiben effektiv 203 BB, also ein SPR von rund 1,83. QQ möchte eventuell Calls von JJ/TT oder Equity ungepaarter hoher Karten verdrängen; diese Hände müssen jedoch erst den Preflop-Filter überstanden haben.
Ein 4-Bet-Call im CO schließt AA oder KK nicht aus. Niedrige Sets,54 oder Kreuzdraws sind nur relevant, wenn sie diese Preflop-Linie tatsächlich erreichen. Ein Check kann schwächere Hände erhalten, die Checking-Range stützen und den Druck starker Raises reduzieren. Ein niedriges Board gibt dem 4-Bettor nicht automatisch sämtliche Nuts.
AA all-in: Value braucht schlechtere zahlende Hände
Das All-in kann Value von bereitwilligen KK/QQ holen und vorhandene Kreuzdraws für beide kommenden Karten bezahlen lassen. AA enthält kein Kreuz und blockiert daher etwa A♣K♣ nicht. Daraus folgt aber nicht, dass diese Hand im gegnerischen Preflop-Spektrum liegt. Auch AA ist nicht die Flop-Nuts, falls die bedingt vorhandenen niedrigen Monster dabei sind.
Ein Call verdient einen ernsthaften Vergleich: Er erhält schwächere Bets und spätere Aktionen, lässt aber eine Turnkarte zu und kann auf späteren Karten Value verlieren. Nach einem Call wären 211 BB im Pot und 153 BB effektiv übrig, ein Turn-SPR von etwa 0,73. Die Stacks können also auch später hineingehen; bloßer Potaufbau erzwingt kein sofortiges All-in.
Iveys 153 BB-Entscheidung: Preis und Range gemeinsam prüfen
Ivey hat 50 BB gesetzt und muss 153 BB nachzahlen. Wang deckt ihn zwar ab, effektiv können am Flop aber nur je 203 BB gecallt werden. Der Endpot beträgt 517 BB.153/517 ergibt etwa 29,59% unmittelbare Equity-Schwelle, weder eine Mindestverteidigungsfrequenz noch einen Nachweis ausreichender Equity von QQ.
Können schlechtere Paare oder Kreuz-Kombinationen all-in gehen, oder besteht die Range überwiegend aus AA,KK und plausiblen stärkeren Händen? Q♥Q♦ blockiert keine Kreuzkarte und lässt manche Q♣-Draws zu. Das allein beweist keine ausreichenden Semi-Bluffs. Gegen viel starkes Value und wenige Bluffs gehört Folden in den Vergleich; niedriger SPR ist keine automatische Call-Pflicht.
Der Runout zeigt das Ergebnis, keine neue Einsatzentscheidung
Alle Einsätze enden am Flop, Turn und River werden einmal gegeben. Nach 4♦ bleiben in einem Übungsmodell mit nur den beiden festen Händen und dem Board 44 gleichwahrscheinliche Riverkarten: zwei Damen gewinnen für QQ, vier Fünfen bilden eine gemeinsame Sieben-hoch-Straße und teilen den Pot, die übrigen 38 gewinnt AA. Das ist keine Equity gegen eine unbekannte Range; andere im Stream gezeigte gefoldete Karten werden nicht berücksichtigt.
Das tatsächliche Q♣ gibt Ivey ein Set gegen ein Paar. Trotz der dritten Kreuzkarte auf dem Board hat keiner der Spieler einen Flush, da beide kein Kreuz halten. Der Sieg beweist keinen optimalen Call und die Niederlage widerlegt kein AA-All-in. Maßgeblich bleiben damalige Informationen und Alternativen.
Den Entscheidungsprozess trainieren
Texas GTO Coach bietet strukturiertes Pokertraining. Übe Positionen, Ranges und Einsatzgrößen. Dieser Artikel liefert weder eine Solver-Lösung dieser Hand noch ein Gewinnversprechen.
Fragen zur Hand
Warum könnte AA die 4-Bet nur callen?
Ein Call erhält schwächere Hände und starke Hände innerhalb der Calling-Range. Eine 5-Bet kann früher Value von schwächeren Paaren holen. Reststacks und gegnerische Reaktionen entscheiden, nicht eine allgemeine Slowplay-Regel.
Muss QQ 203 BB oder 153 BB zusätzlich zahlen?
203 BB ist der gesamte effektiv gecallte Street-Einsatz.50 BB sind bereits gesetzt, also fehlen 153 BB. Der Nenner ist der Endpot 517 BB ohne nicht gecallte Deckungschips.
Beweist das Ergebnis einen GTO-Call?
Nein. Es wurde kein Solver für diese Hand gerechnet. Eine Auszählung bei bekannten Händen bewertet keine unbekannte All-in-Range; der gewonnene River beweist keinen EV der vorherigen Aktion.
Setze das Gelernte in die Praxis um.
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